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Interview

Hier mal ein kleines, ehrliches Interview, welches auch hier nachgelesen werden kann:

BERUF

Frage: Was ist Ihr Beruf? Was steht auf Ihrer Visitenkarte unter Ihrem Namen?
Antwort: Berufskraftfahrer, derzeit im nationalen Fernverkehr. Auf der Visitenkarte steht tatsächlich “professional truck driver”.

Frage: Was haben Sie studiert und warum?
Antwort: Ein klassisches Studium habe ich nicht getätigt.
Studieren ist etwas für Leute, die einen Nagel nicht in die Wand bekommen. :)

Frage: Was erwartet man von Ihnen in Ihrer Arbeit? Wie setzen Sie diese Erwartungen um?
Antwort: Sehr viel. Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Flexiblität, Einsatzbereitschaft, Pflichtbewusstsein, Fachkenntnis, uvm.

Allgemein wird von jedermann erwartet, dass man es allen Beteiligten Recht macht, somit auch allen anderen Verkehrsteilnehmern, und das ist schlichtweg nicht möglich.

Der Beruf Berufskraftfahrer ist ein Spagat zwischen den oben erwähnten Anforderungen und den rechtlichen Bedingungen, welche leider so überspitzt sind, dass es schier unmöglich ist, sich immer an alle Vorgaben zu halten.

Ich versuche immer, meine Lenk- und Ruhezeiten peinlichst genau einzuhalten.

Frage: Ihre Links im Internet (Website, Blog, Social Networks, etc.)
Antwort: Man bezeichnet mich gerne als “Nörgelkopp”, da ich unter http://www.xn--stnkersack-r5a.de ganz gerne meinem Unmut Luft mache über Dinge, welche mich akut beschäftigen.
Die Adresse ist mein öffentliches Tagebuch, z.Zt. auch ganz gut besucht.

Man findet mich auch bei Twitter unter http://twitter.com/truckstop24net.

Frage: Sind Sie mit der Erziehung, die Sie erhalten haben, zufrieden?
Antwort: Ja und nein. Ich wurde noch recht altmodisch erzogen, da ich familiär bedingt bei meinen Großeltern aufgewachsen bin.

Dadurch habe ich viele Regeln mit auf den Weg bekommen, welche mir selbst heute im Wege stehen.

Ich bin ein abgrundtief ehrlicher Mensch, leider viel zu hilfsbereit, und erwarte leider nur allzuoft Fairness von meinen Mitmenschen.

Frage: In welchen Bereichen möchten Sie Ihre Ausbildung gerne ausweiten?
Antwort: Ganz ehrlich? Eigentlich garnicht. Bei der rechtlichen Situation spiele ich eher mit dem Gedanken, den Beruf komplett zu wechseln!

Frage: Auf welchem Gebiet sind Sie gut? Wo müssen Sie sich noch verbessern?
Antwort: Fachlich stehe ich wohl in meinem Beruf so zwischen Mittelfeld und Angriff – in diesem Beruf lernt man sowieso nie aus, da sich die rechtlichen Bedingungen sehr häufig ändern.

Frage: Nehmen Sie an Seminaren oder Kursen teil, um sich in Ihrem Beruf fortzubilden, oder sind Sie Autodidakt?
Antwort: Zwangsweise.
Da der Führerschein bedingt durch das Berufsqualifizierungsgesetz nur in Verbindung mit dem nachweis einer Weiterbildung alle 5 Jahre verlängert wird, und auch der Gefahrgutschein alle 5 Jahre eine Fortbildung vorschreibt, gibt es wohl kaum einen vergleichbaren Beruf, in welchem der Bildungsstand immer recht aktuell ist.

Frage: Wann war Ihnen bewusst, dass Ihre Tätigkeit ernst genommen wurde und Sie ein Profi auf Ihrem Gebiet werden konnten?
Antwort: Mein Beruf wird leider durch die Öffentlichkeit nicht ernst genommen. :(

Frage: Welche Personen haben Sie im Laufe Ihrer Ausbildung bzw. Ihres Studiums nachhaltig beeinflusst?
Antwort: Weder der Fahrlehrer, noch die Bildungskräfte danach. Es war der Kraftfahrer, bei welchem ich seinerzeit im Praktikum mit auf den LKW gesetzt wurde. Hallo Jenseman! :)

Frage: Mit welcher Art von Menschen fühlen Sie sich wohl, um im Team arbeiten zu können?
Antwort: Menschen, welche sagen, was sie denken. Mit Wendehälsen jeglicher Art stehe ich voll auf dem Kriegsfuß!

Frage: Welche Ziele haben Sie sich in Ihrem beruflichen Umfeld gesteckt?
Antwort: Mein Ziel wäre/ist es, irgendwann mal ein eigenes, kleines Fuhrunternehmen zu haben. Wird aber wohl eher ein Traum bleiben.

Frage: Welche Veröffentlichungen, die in Zusammenhang mit Ihrem Beruf stehen, lesen Sie regelmäßig?
Antwort: Oh, um das jetzt aufzulisten, reicht wahrscheinlich der Speicher nicht. :)
GoogleNews mit den tags “LKW, Berufsqualifizierungsgesetz, Spedition, Stau, Unfall, Presse, Berufskraftfahrer” und selbstverständlich die einschlägigen Websites, welche sich mit dem Thema befassen.

Frage: Welche Sprachen sprechen Sie? Wie haben Sie diese Sprachen gelernt?
Antwort: Natürlich Deutsch als Muttersprache, und dann noch Englisch.
Letzteres habe ich zum einen in der Schule gelernt, und später durch die Berufsausbildung nochmals aufgefrischt.

Frage: Haben Sie eine Website oder einen Blog? Wie haben Sie die Seite erstellt? Erfüllt die Seite den Zweck, für den sie ursprünglich gedacht war?
Antwort: Siehe weiter oben, http://www.xn--stnkersack-r5a.de.

Ja, die Seite erfüllt den von mir angedachten Sinn und Zweck voll und ganz.
Sie basiert auf einem von mir umgeschrieben WordPress, auch das Theme ist 100% meiner Feder entsprungen.

Frage: Fällt es Ihnen leicht oder schwer, vor Publikum zu reden? Welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Gebiet gesammelt?
Antwort: Publikum ist so eine Sache. Ich brauche immer erstmal eine Zeit, um “warm” zu werden. Mache ich eigentlich nicht so gerne, da ich leider sehr oft die gute alte Rhetorik anwende, welche heutzutage kaum einer versteht. Auch polarisiere ich unheimlich gerne.

Auch habe ich kein Händchen dafür, Dinge so auszudrücken, dass nicht gleich 100 faule Tomaten zu mir geworfen werde, da ich Dinge so anspreche, wie ich darüber denke.

Ich bin nicht gerade das, was man “allgemeinverträglich” bezeichnen würde. :)

Frage: Nehmen Sie an Cocktails, Präsentationen, Messen und Tagungen statt, die im Zusammenhang mit Ihrem Beruf stehen?
Antwort: Nein, versuche ich mich grundsätzlich vor zu drücken.

Frage: Wie verändert das Internet Ihre Arbeitsweise?
Antwort: Ich plane meine Routen mit diesem, suche mir korrekte Adressdaten damit heraus, versende meine Tourenberichte über dieses, und selbstverständlich kommuniziere ich sehr häufig über dieses.

Mein Beruf ohne Internet wäre für mich die Hölle. :)

Frage: Würden Sie auf einen Teil Ihres Gehaltes verzichten, wenn Sie im Gegenzug mehr Freizeit hätten?
Antwort: Kurz und knapp: NEIN!

Frage: Welcher Teil Ihrer Arbeit macht Ihnen am wenigsten Spass?
Antwort: Der Papierkrieg, sowie die ständigen Kontrollen.

Frage: Abgesehen von Ihrem aktuellen Beruf – hätten Sie gerne noch etwas anderes gelernt?
Antwort: Ja, aber auch wieder reines Handwerk.
Mein Erstwunsch war damals KFZ-Elektroniker.

Frage: Was ist das Wichtigste, das Sie in Ihrem Beruf mit der Erfahrung gelernt haben?
Antwort: Das die Welt scheinheilig ist.

Frage: Was wollten Sie werden, als Sie noch ein Kind waren?
Antwort: Ähm, jetzt wird´s peinlich…Busfahrer. :)

Frage: Sind Sie der Meinung, dass Berufliches und Privates getrennt werden sollte, abgesehen von einigen Ausnahmen?
Antwort: Zwingend, geht aber in meinem Beruf nicht.

Frage: Ihre Bibel?
Antwort: Der Kontoauszug.

Frage: Wie reagieren Sie auf Kundenbeschwerden?
Antwort: “Falscher Ansprechpartner! Hier hast Du die Nummer meines Chefs” :)

Frage: Ein Kollege möchte eine Gehaltserhöhung und bittet Sie um Rat, wie er dieses Thema mit seinem Chef angehen soll. Was raten Sie ihm?
Antwort: Schwieriges Thema, da nahezu ein Tabuthema in unserer Branche.
Ich glaube, dass ich ich keinen Rat geben würde.

Frage: Wie gehen Sie mit Stress um?
Antwort: Kommt darauf an, wer für den Stress verantwortlich ist.
Zeitdruck nehme ich recht gelassen, denn “Termin ist, wenn ich da bin”.

Frage: Welche sind die häufigsten Fehler, die Kunden begehen, wenn sie über Ihre Arbeit urteilen?
Antwort: Oh, mit dieser Frage provoziert man eine Endlosdiskussion.
Das Problem ist, dass der Großteil schlichtweg damit überfordert ist nachzuvollziehen, was alles zu dem Beruf dazugehört. Die Kunden sehen meist nur das, was bei Ihnen auf dem Hof stattfindet.
Weiter möchte ich dazu nichts sagen. :)

PERSÖNLICHKEIT

Frage: Wie stehen Sie zu den beiden Aussagen “Arbeiten um zu Leben” bzw. “Leben um zu Arbeiten”?
Antwort: ICH gehe arbeiten um zu ÜBERleben, die Arbeitgeber sind der Meinung, ich lebe um zu arbeiten.

Frage: Wie reagieren Sie auf Telemarketing-Anrufe?
Antwort: “Leicht” gereizt! Verbrecherbande!

Frage: Ein Gebiet, auf dem Sie völlig unerfahren sind?
Antwort: Skrupellosigkeit

Frage: Wohin auf der Welt würden Sie ziehen, ohne einen Augenblick zu zweifeln?
Antwort: Zurück ins Sauerland, weg von den verschrobenen, verlogenen, vergangenheitsheuchelnden Ossis, welche das Bescheissen, das Betrügen und das Messer in den Rücken jagen soweit perfektioniert haben, dass sie um ein vielfaches schlimmer sind als die, über welche sie noch heute fluchen!

Frage: Was werden Sie wohl als Rentner machen?
Antwort: Selbstmord, denn wenn ich Renter werde, werde ich gleichzeitig ein Sozialfall – danke lieber Staat!

PHILOSOPHIE

Frage: Wenn die Eintrittskarte für ein Fußballspiel ab dem zwölften Lebensjahr das doppelte kostet, und Ihr Sohn gestern zwölf Jahre alt geworden ist, welches Alter geben Sie an der Kasse an?
Antwort: Na, selbstverständlich 11.

Frage: Welche Benefizaktionen würden Sie unternehmen, wenn Sie Millionär wären?
Antwort: Eine Riesenfete, welche das Thema “Goodbye Deutschland” hat!

Frage: Was kommt nach dem Tod?
Antwort: Ein besseres Leben.

Frage: Ihre guten und schlechten Eigenschaften?
Antwort: Meine schlechten Eigenschaften sind abgrundtiefe Ehrlichkeit und bedinglose Hilfsbereitschaft.

Meine guten sind, dass ich ab einem gewissen Punkt nur noch wegen dem Prinzip handele, und auch eigene Magenschläge in Kauf nehme, um dem mir gegenüber so richtig eins Auszuwischen.

Frage: Was ist Gott?
Antwort: Ein sadistisches Ar***loch! Obendrein eine Erfindung von Menschen, welche mit der Realität nicht klarkommen.

Frage: Drei Wörter, die heutzutage sehr wichtig sind:
Antwort: Ich, Ich, und nochmal Ich.

Frage: Was würden Sie gerne öfter in Ihrem Leben gemacht haben, wenn Sie in den letzten Stunden vor dem Tode liegen würden?
Antwort: Ohne Rücksicht auf Verluste all denen mit dem Bolzenschussgerät eins zu verpassen, welche mich bisher in meinem Leben so richtig verarscht haben.

Frage: Wie sollte Ihre Grabinschrift lauten?
Antwort: “Er war zu gut für diese abgrundtief schlechte Welt”

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