Schweinepack!
Gestern war ein Tag, an welchem verdammt viele LKW-Fahrer wie auf heissen Kohlen unterwegs waren.
Da heute und morgen nochmals Feiertag angesagt ist, und viele Chefs haargenau wissen, dass an solchen Tagen die Bereitschaft der Fahrer besonders groß ist, aus eigenem Interesse irgendwo noch nach Hause zu kommen, sind mit Sicherheit einige dabei gewesen, welche mit Ihren Zeiten nicht mehr so ganz im grünen Bereich waren.
Ich habe das unvorstellbare Glück, eine Ausnahmegehmigung für Sonn- und Feiertage an Board zu haben, welche jedoch nie genutzt wird (sollte wohl nur zur Sicherheit und für Notfälle vorhanden sein) – somit konnte ich heute nacht relativ entspannt in Richtung Heimat gondeln.
Andere jedoch waren tierisch gestresst. Über Funk fast jedesmal die gleichen Sprüche: “So ein Mist! Mir fehlen x Stunden bis nach Hause.”, und dementsprechend Kamikaze waren sie unterwegs. Normalerweise verachte ich ja Fahrer (egal ob PKW oder LKW), welche ständig im Grenzbereich fahren, aber zu solchen Gegebenheiten habe ich da zu einem gewissen Grad vollstes Verständnis für.
Dann auf der A2 das, womit ich an einem Abend wie dem gestrigen nicht gerechnet hätte: Großkontrolle durch Polizei/BAG.
Wie schäbig und abgewichst muss man sein, um an einem solchen Abend die zu kontrollieren, welche mit Ihren Familien zusammen sein wollen? Wie abgrundtief scheisse veranlagt ist es, eine Großkontrolle durchzuziehen mit dem Wissen, dass den meisten Fahrern diese Stunde zum Schluß fehlen wird, um nach Hause zu kommen, denn um 24:00 Uhr fällt für die meisten der Hammer (Sonntagsfahrverbot)?
Dazu fällt mir nur eines ein: SchweinepackBAG!
Wäre der Parkplatz nicht gerade knüppelvoll gewesen, wäre ich wohl auch hinaus gezogen worden, was mich jedoch nicht ganz so gestört hätte, denn ich hätte mit einem Grinsen im Gesicht auch nach 24:00 Uhr fahren können.
Was danach über Funk abging, brauche ich ja wohl nicht zu sagen…
[...] ja, als “Schweinepack” würde ich die Verantwortlichen dieser Kontrolle jetzt nicht bezeichnen, sondern eher [...]
Hm, also die, die offenbar nach Deinen Infos begründet Checks durchführen dann als “Schweinepack” zu bezeichnen, finde ich nicht nur unpassend, sondern auch beleidigend! Zwar kann ich Deinen Standpunkt nachvollziehen, die Bezeichnung aber keinesfalls gutheissen!!!
Allerdings, wie so oft wird hier Kritik geäussert, die doch wohl an anderer Stelle anzubringen wäre. Irgendwie scheint hier ein System nicht so ganz zu stimmen und da fallen mir (aus meiner Sicht) zwei Punkte sponatn zu ein:
1. Wer diesen Job macht, weiss wohl vorher, worauf er sich einlässt
2. Misstände sollten beseitigt werden. Aber in einer Zeit, in der die Egoisten Vorfahrt haben und Solidarität ein Fremdwort ist, darf sich niemand wundern, wenn nur noch Einzelkämpfer auf sich selbst vertrauen und sie es nicht schaffen, gemeinsam gegen solche Misstände vorzugehen.
Der BAG hier für irgendetwas die Schuld zu geben, ist in dem Zusammenhang wohl völlig unangebracht.
Gute Fahrt!
@ TiM:
Selbst wenn die Kontrollen aus Deiner Sicht gerechtfertigt sind – es ändert nichts an der Tatsache, dass im Fuhrgewerbe die Termine teilweise auf 15 Minuten genau terminiert sind.
An einem Tag eine solche Großkontrolle durchzuführen, an welchem nur noch 4 Stunden bis Mitternacht zur Verfügung stehen, bedeutet für jeden Fahrer, dass er Dank dieser Kontrolle nicht mehr sein Ziel erreichen wird und 60 bis 70 km vor der Heimat dazu verdammt ist, seine Feiertage im LKW zu verbingen anstatt zuhause bei der Familie.
Wenn Du dieses gut heisst, bist Du nicht nur ein LKW-Hasser…
Bei solchen Kontrollen kann man als LKW-fahrer nur verlieren, selbst wenn man zu 100% im grünen Bereich ist, und nein, das hat mit Kontrolle nichts mehr zu tun, sondern mit reiner Schikane aus purer Boshaftigkeit dem LKW-Fahrer gegenüber. Und wer mit solcher Boshaftigkeit auf die Allgemeinheit losgelassen wird, muss auch mit einem Kraftausdruck wie “Schweinepack” klarkommen!
@Tim: Wo siehst du das “begründet” im Beitrag? Grenzbereich bedeutet in dem Zusammenhang NICHT dass wegen der bevorstehenden Feiertage extra die Schrottkisten auf die Bahn geschickt werden, dass die Fahrer drastisch Ruhezeiten ignorieren oder die Geschwindigkeitsregler umgehen. Grenzbereich bedeutet, dass die Disponenten unter Berücksichtigung des normalen Verkehrsflusses, umfangreicher Erfahrungswerte etc. die Fahrten so terminieren, dass sie nicht schon um 12:00 mittags am Ziel sind sondern eben das Investitionsgut Maschine auch genutzt wird. Somit wird von den Fahrern alles menschenmögliche (nicht unbedingt legale) versuchen zu ihren Familien zu kommen, nachdem sie noch eure Ostergeschenke und Lebensmittel zum Discounter gekarrt haben wo ihr sie für nen Appel und nen Ei Samstag kaufen könnt. Mag Sch#### sein, ist aber so.
Wäre ja spannend wenn alle Fahrer sämtliche Regeln zu 110% einhalten würden… Dann hätten ein paar Discounter freudestrahlend am Dienstag die Schokoosterhasen verkaufen können, während in Werk XY die Mitarbeiter mal zeitiger nach Hause können weil die rollende Lagerhalle der Meinung ist 20km vor dem Ziel erst mal ne sechsstündige Pause einlegen zu müssen da durch eine Großkontrolle mit 2 Stunden Zeitverzug die Lenkzeit erreicht ist.
Und unter diesem Gesichtspunkt der bevorstehenden Feiertage dann Großkontrollen durchzuführen ist eben schon unverfroren und dreist und mit einer überheblichen Arroganz verbunden (um es politisch korrekt auszudrücken). Es geht nicht darum, extra zu viele Augen zuzudrücken – normale Kontrollen bei Verdachtsmomenten (das Rausfischen bei unzureichend gesicherter Ladung…) mögen ja ok sein. Aber wenn die Straßenmeisterei Hannover so clever ist, über die Osterfeiertage auf die A2 (der Ost-West-Verbindung schlechthin) eine Baustelle zu packen ünd mit an Inkompet… ähm, versehentlicher Terminüberschneidung auf die (einzig praktikable) Umleitungsstrecke noch eine Großbaustelle packen ist der Frust schon zu verstehen, denn schon da büßt man 40min ein, welche am Ende fehlen können. Dann nochmal so viel Zeit bei der Großkontrolle, wo ohne dringendem Verdachtsmoment erst mal rausgefischt wird, verschenkt – und schon darf man als Fahrer zusehen, wie man es hinbekommt, dass man seine Familie sehen kann.
Wenn ich mir überlege wieviele LKW um 23:00 noch auf der A12 unterwegs waren um noch irgendwie die Heimat zu erreichen… ich hoffe sie haben es geschafft
@Tim:
Man gibt denen die Schuld, die greifbar sind, kennst das doch selber, oder?
@Truckstop:
Ich bin theoretisch in der Lage zu verstehen, wie sich die jeweiligen Fahrer gefühlt haben mögen, aus Erfahrung sprechen kann ich da nicht.
Sicher hätte ich in der Wortwahl, also ich an Deiner Stelle, eine Schublade tiefer gegriffen, denn da stimme ich mit Dir überein, eine Großkontrolle, zu diesem Zeitpunkt hat mit Verkehrssicherheits-Überprüfung nichts, aber auch rein gar nichts zu tun! Das war Schikane aller erster Güte.
Denjenigen, der diese angeordnet hat, den sollte man an seinen fetten dicken *eigenzensur* so lange aufhängen, bis die *eigenzensur* sich fett gefressen haben.
Allerdings, und das ist so typisch für dieses Land, man greift sich nie die oder den Verantwortlichen, man greift sich den der greifbar ist, in diesem Fall die Fahrer. Wobei ich wetten möchte, dass die Beamte auch nicht wirklich erfreut über den Zeiptunkt waren, was sie dann naturgemäß an den Fahrern ausgelassen haben dürften (Vermutung meinerseits).
Das ganze System krankt, das System ist korrupt, schwach und von senilen Tattergreisen die von Tuten und vor allem dem Blasen keine Ahnung haben, wird es geleitet.
Mir geht da im Grunde jeden Tag aufs Neue die Hutschnur (und noch mehr) hoch!
[...] kann man das hier, im Grunde will ich dem auch nichts hinzufügen, daher setze ich einfach nur den Link! [...]