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Und da war sie wieder //UPDATE

UPDATE: UNBEDINGT auch den ersten Kommentar von mir lesen!!!

Meine derzeitige Lieblings-SMS, welche mit “mit Restfahrzeit bitte…” beginnt.

Dass mich meine Firma nicht nach nur 6 Stunden Fahrzeit stehen lässt, ist mir ja mittlerweile auch klar geworden, genauso, dass täglich und grundsätzlich immer an das Maximum der täglichen Lenkzeit gegangen wird – umso mehr war mir gerade beim Eingang klar, dass ich heute wohl wieder locker an meine 13 Stunden Arbeitszeit kommen werde.

Ein Blick in die SMS bestätigte dieses.

Ich hatte mir ganz doll vorgenommen, dieses mal echt die Klappe zu halten, da ich aber derzeit echt auf dem Zahnfleisch gehe, und meine letzte Pause von dem Hanauer Ordnungsamt (nennt sich selbst Ordnungspolizei) nach 2 Stunden Pause auch unterbrochen wurde, demzufolge ich diese Woche noch nicht einmal vernünftig und ungekürzt Pause machen konnte, kam mir die Galle hoch. Als ich dann noch las “…und um xxx Uhr von dort melden”, war endgültig meine Bereitschaft gebrochen, denn obendrein wurde mit nur 9 Stunden Pause gerechnet.

Meine SMS ging 10 Minuten später raus: “KEINE Bestätigung der letzten SMS! Also langsam reicht es ja mal echt. JEDEN Tag mindestens 14 Stunden, IMMER die maximale Lenkzeit, und dann auch noch die Pause kürzen geht so auf Dauer nicht!”

Mir war klar, dass danach das Telefon klingeln würde, was dann auch geschah.
Der Satz fing an mit “ich habe hier gerade eine lustige SMS erhalten”, was ich mit “so lustig finde ich das alles nicht mehr” beantwortete – sein Ton war nun eher gemäßigt freundlich. “Wo ist Dein Problem?” wurde ich gefragt.

Ich antwortete:
“Fangen wir mal. Zum Montag habt Ihr mich direkt neben WECO Feuerwerke parken lassen, selbstverständlich direkt neben dem Testplatz, wo Silvesterzeugs getestet wird, und zwar ab morgens 8:00 Uhr. Ich konnte gerade mal 4 Stunden pennen. Es folgte dann eine 10-Stunden-Lenkzeit mit anschließendem Aufenthalt in der Werkstatt. Anstatt der versprochen (und ruhigen) Unterkunft, wurde ich in ein nichtfahrbereiten LKW gesteckt, der direkt neben der Werkstatt stand. Diese machte an diversen LKWs “Drehzahlleistungstests”, nach ebenfalls 4 Stunden keine Spur mehr von Schlafen können. Als ich Euch das mitteilte, kam zur Antwort, dass ich das nächste mal bei sowas früher anrufen soll, um das bei der Folgetour berücksichtigen zu können. Heute früh habt ihr mich nach Hanau gejagt zum Schlafen, obwohl jeder weiss, dass dort LKWs regelrecht verhasst sind und wirklich alles daran gesetzt wird, diese fernzuhalten – demzufolge ist dort NIRGENDS auch nur eine freie Stelle, welche nicht irgendwie für LKWs verboten ist. Nachdem ich der Meinung war, endlich eine geeignete Stelle gefunden zu haben, hat mich nach 2 Stunden Pause das dortige Ordnungsamt aus dem Schlaf getrommelt und dort weggejagt. Direkt danach habe ich Euch angerufen, wie ihr es noch am Vortag gesagt habt. Eure Antwort war “Das ist Dein Pech. Warum fährst Du da auch weg. Die können maximal die Polizei rufen, oder Dir ein Ticket verpassen.”
Bedeutete also wieder viel zu wenig Schlaf.
Jetzt wollt Ihr mich erneut die volle Fahrzeit fahren lassen, inkl mehrfaches Umbrücken, und im Anschluß auch noch die Pause kürzen, und da mache ich nicht mehr mit!
Das geht auf keine Kuhhaut mehr! Ich komme weder mit meiner Doppelwoche mit meinem Arsch an die Wand, und das Arbeitszeitgesetz vergessen wir mal ganz schnell wieder. Lasst Euch etwas einfallen, denn ich fühle mich durch Euch gerade extrem verraten und verkauft.”

Nach dieser Ansage versuchte er nochmal mit Schuld zu kommen, dass sie für den zuwenig erhalten Schlaf ja nichts können, was ich aber mit “es geht hier nicht um Schuld, sondern um Zusammenarbeit zwischen Dispo und Fahrer” niederschmetterte.

Es kam dann nur noch ein “dann melde Dich morgen früh, wann Du in die Pause gehst”.
Auf meine Nachfrage, was denn nun mit der letzten SMS sei, meinte er dann nur noch “fahre soweit Du kannst und melde Dich dann”.

Für ein Tschö reichte leider die Zeit nicht mehr, da ich bereits das Unterbrochenzeichen im Hörer hatte.

Na, da bin ich doch mal gespannt, wie mein “bis hierher und nicht weiter” morgen weiter ausgetragen wird, denn ich glaube kaum, dass das von einem Fahrer so akzeptiert wird.

ALLES SCHEIßE!!!

3 Kommentare zu „Und da war sie wieder //UPDATE“

  • Susanne:

    Ich höre das Geweih wachsen…. :-(

  • Ach, kommt ja noch viiiiieeeel besser!
    Beim Aufbrücken der Wechselbrücken pfiff mir der Luftschlauch ab – “kann ja mal passieren” dachte ich mir so, und schnitt ein Stück vom dem gerissenen Schlauch ab und montierte ihn dann wieder.
    Danach brauchte ich geschlagene 15 Minuten, bis der Motorwagen die Wechselbrücke soweit angehoben bekommen hat, dass ich die Stützen einklappen konnte.
    Nun glaubte ich an einen Defekt der Druckanlage und wunderte mich auch nicht allzusehr, dass der Anhänger ähnliche Probleme hatte.
    Als ich dann losfuhr, kam ich kaum von der Stelle. Also raus aus dem Bock, mit Taschenlampe und Handschuhen bewaffnet, und den kompletten Zug (auch von unten) inspiziert – hätte ja sein können, dass tatsächlich ein Druckproblem existiert und die Bremsen nicht komplett öffnen – ich konnte nichts finden, und fuhr erstmal weiter, stets am durch die Kontrollmenüs des Bordcomputer klickend.
    Es kamen die Berge. Bergauf, wo ich sonst mit nur 410 PS und normaler Ladung immernoch mit 75 km/h hochkomme, brachte ich es heute mit 440 PS gerade mal auf maximal 30 km/h. Dann ging es bergab – eine solche Beschleunigung habe ich selten erlebt! Ich konnte garnicht so schnell bremsen, wie plötzlich 110 km/h auf dem Tacho stand, und da kam dann so langsam die Einsicht, dass die Druckanlage vollkommen OK ist, das Problem vielmehr in der Ladung besteht.

    Auftraggeber war in diesem Falle DHL, genau, die Gelben.

    Beim Kunden angekommen (mit zahlreichen Spitzen jenseits der 100 km/h und zahlreichen Litauern, die MICH überholt haben (anstatt wie sonst üblich ich sie), und einem Durschnittsverbrauch von sportlichen 57l/100km) kam dann die Wahrheit ans Licht, die erste Wechselbrücke:

    34 Paletten mit Wandfarbe, pro Eimer 22,5 kg, pro Palette (je 20 kg) 25 Eimer = (22,5*25+20)*34 = 19.805 kg,
    und darüber noch 17 Einzelpaletten mit nicht bestimmbaren Gewicht (ausser die Paletten selbst mit 340 kg)

    Die zweite Wechselbrücke:
    17 Paletten mit Zementsäcken, pro Sack 40 kg, pro Palette (je 20 kg) 20 Säcke = (40*20+20)*34 = 13.940 kg,
    und darüber noch 17 Einzelpaletten mit nicht bestimmbaren Gewicht (ausser die Paletten selbst mit 340 kg)

    Da haben wir also MINDESTENS 36.425 kg plus geschätzten 1 bis 2 Tonnen anderen Mist an ladung gehabt.
    Hinzu kommen die Wechselbrücken selbst mit je 4.000 kg, also zusammen 8.000 kg, sind wir schon bei 44.425 kg.
    Und jetzt noch die Zugmaschine mit 10.500 kg, und der Anhänger mit 4.000 kg, macht nach Adam Riese ein Gesamtgewicht von Sage und Schreibe 58.925 kg!!!

    Hallo DHL Frankfurt. Seid Ihr komplett Scheiße????? Habt Ihr den letzten Gong nicht mehr mitgekriegt??? Leck mich am Arsch! Soviel Leck-mich-am-Arsch-Gefühl geht echt auf keine Kuhhaut! Da drücken einem diese Vollidioten kurz vor der Ausfahrt eine Sicherheitsbelehrung zwecks Fahrzeugsicherheit in die Hand, knallen aber parallel dazu die Hütte sowas von voll, dass für die BAG (Bundesamt für Güterkraftverkehr) Weihnachten, Ostern, Geburtstag und Silvester auf einen Tag fällt, wenn man so kontrolliert wird!

    Echt, das ist kalkulierter Mord sowas! Ein Wunder, dass die Karre das so auf über 500 km überhaupt durchgestanden hat, denn die geht auf die 1.000.000 Kilometer zu – was wäre denn gewesen, wenn die Karre die Grätsche gemacht hätte (kein Pannendienst der Welt hätte mich dann noch abschleppen können), oder noch schlimmer, wenn ich mich mit diesem Gewicht verabschiedet hätte???

    Ich bin die ganze Zeit am Rätseln, ob ich mich nicht selbst anzeige, damit gegen diese DHL-Arschlöcher vorgegangen werden kann!

    @Susanne:
    Rufe doch mal bitte in der Firma an (die ich da rausgesucht habe) und frage nach den Modalitäten, danke.

  • [...] wollen – bis jetzt bin ich zu meiner Verwunderung unbelästigt geblieben, denn dass die Hanauer Zettelpuppen auch anders können, habe ich ja schon lang und breit [...]

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